01Wie lang dürfen Videos maximal sein?
Die technischen Grenzen ändern sich fast jedes Jahr, weil die Plattformen sich gegenseitig kopieren. Stand August 2026 gilt:
Plattform | Maximale Länge |
|---|---|
TikTok, in der App aufgenommen | 10 Minuten |
TikTok, hochgeladen | je nach Konto bis 60 Minuten |
Instagram Reels | 90 Sekunden bis 3 Minuten, je nach Konto |
Instagram Story, pro Slide | 60 Sekunden |
Instagram Feed-Video | bis 60 Minuten |
YouTube Shorts | 3 Minuten |
Facebook Reels | 90 Sekunden |
LinkedIn Video | 15 Minuten |
Prüf die Werte im Zweifel in der App, denn einzelne Konten bekommen neue Grenzen früher als andere. Genau das ist auch der Grund für die Spanne bei Instagram: Der offizielle Hilfebereich nennt teils noch 90 Sekunden, während drei Minuten bereits ausgerollt sind.
Die Zahlen stammen aus den Hilfebereichen der Plattformen selbst: TikTok Hilfebereich, Instagram Hilfebereich zu Reels und YouTube-Hilfe zu Shorts bis 3 Minuten. Da die Anbieter ihre Grenzen regelmäßig ändern, prüfst Du am besten dort nach, bevor Du eine Produktion planst.
Ein praktischer Hinweis aus der TikTok-Hilfe, der viele überrascht: Wählst Du vor der Aufnahme einen Sound aus, bestimmt dessen Länge die maximale Länge Deines Videos. Wer also einen Trend-Sound nutzen will, wählt lieber erst die Musik und passt dann den Schnitt an.
02Welche Videolänge bringt wirklich Reichweite?
Hier liegt der Denkfehler, der die meisten Unternehmen Reichweite kostet: Das technische Maximum und die sinnvolle Länge haben nichts miteinander zu tun. Instagram sagt selbst, dass Reels über drei Minuten Menschen, die Dir noch nicht folgen, gar nicht mehr vorgeschlagen werden. Wer also Neukunden erreichen will, bleibt deutlich darunter.
Der Grund ist immer derselbe. Alle Kurzvideo-Plattformen messen vor allem eines: Wie viel Prozent Deines Videos schauen die Leute? Ein Video von 20 Sekunden, das 80 Prozent der Zuschauer zu Ende sehen, schlägt ein Video von zwei Minuten, bei dem nach acht Sekunden alle weg sind. Es kommt also nicht auf die Länge an 😃
Format | Empfohlene Länge |
|---|---|
Trend, Reaktion, ein einziger Gedanke | 8 bis 15 Sekunden |
Einblick, Vorher-nachher, Team | 15 bis 35 Sekunden |
How-to, Erklärung, Kundenfrage | 60 bis 90 Sekunden |
Ausnahme: Story oder ausführliches Fallbeispiel | 90 bis 180 Sekunden |
Unsere Empfehlung für Unternehmen: Bleib pro Video unter einer Minute. In der Praxis mit KMU sehen wir immer wieder dasselbe. Unter 60 Sekunden bleiben die Abschlussraten stabil, darüber fallen sie fast immer ab. Das gilt unabhängig von der Plattform. Länger als eine Minute lohnt sich nur mit einem klaren Grund, etwa einer Anleitung mit mehreren Schritten oder einem Kundenprojekt, das Du wirklich erzählen willst. Alles andere gewinnt durch Kürzen. Wer eine dreiminütige Idee auf 45 Sekunden reduziert, verliert selten Inhalt, sondern gewinnt meistens an Views.

03Warum die ersten drei Sekunden über die Länge entscheiden
Die Abschlussrate klingt nach einer Zahl aus dem Statistik-Menü. In Wahrheit entscheidet sie sich fast immer in der Hook, also in den ersten zwei bis drei Sekunden. Wer dort nicht erkennt, worum es geht, wischt weiter. Danach spielt es keine Rolle mehr, ob Dein Video 20 Sekunden oder zwei Minuten lang ist.
Praktisch heißt das: Streich alles, was vor dem eigentlichen Inhalt steht. Kein Intro, kein Logo, keine Begrüßung, kein "In diesem Video zeige ich Dir". Fang stattdessen mit dem an, was der Zuschauer sehen oder wissen will. Vier Hooks, die für Betriebe zuverlässig funktionieren:
Das Ergebnis zuerst. Das fertige Bad, die reparierte Maschine, der volle Kuchentresen. Danach erst der Weg dorthin.
Die Frage aus dem Kundengespräch. "Warum kostet ein Bad 15.000 Euro?" holt genau die Leute, die das gerade wissen wollen.
Der Fehler. "Das machen 90 Prozent falsch, wenn sie streichen." Widerspruch stoppt den Nutzer zuverlässiger als jede Ankündigung.
Die Bewegung. Etwas passiert im Bild, bevor jemand spricht. Der Bohrer setzt an, die Folie wird abgezogen, der Teig fällt in die Form.
Zur Aufmerksamkeitsspanne noch eine Einordnung, weil dazu viel Unsinn kursiert: Menschen haben keine acht Sekunden Aufmerksamkeit, sie haben acht Sekunden Geduld mit langweiligen Inhalten. Dieselben Leute schauen abends drei Stunden Serie. Nicht die Länge ist das Problem, sondern die Zeit bis zum ersten Grund zu bleiben.

04Wie lang sollte ein TikTok-Video sein?
TikTok ist die Plattform mit der größten Spannweite. Für den klassischen Feed gilt: 15 bis 35 Sekunden sind der Bereich, in dem die meisten Videos vollständig geschaut werden. Erklärformate dürfen auf 60 bis 90 Sekunden gehen, wenn der Einstieg stimmt.
Ein Punkt, der selten erwähnt wird: Social Media ist inzwischen auch eine Suchmaschine. Wer über die Suche gefunden werden will, fährt mit längeren Videos oft besser, weil mehr gesprochene Wörter erfasst werden und mehr Kontext entsteht. Für den Für-dich-Feed bleibt kurz die sicherere Wahl. Wenn Du beides willst, brauchst Du eine Mischung.
Die ersten zwei bis drei Sekunden entscheiden dabei über alles. Kein Vorspann, kein Logo, keine Begrüßung, sondern sofort das Bild oder der Satz, der zum Bleiben bewegt.
05Wie lang darf ein Instagram-Reel sein?
Reels erlauben je nach Konto 90 Sekunden bis drei Minuten. Instagrams eigene Empfehlung für maximale Reichweite liegt bei unter 90 Sekunden. In der Praxis funktionieren 15 bis 30 Sekunden für die meisten Unternehmen am besten.
Wichtig ist die Unterscheidung der Platzierungen, denn Instagram hat mehrere: Eine Story-Slide läuft 60 Sekunden, längere Aufnahmen werden automatisch geteilt. Feed-Videos dürfen sehr lang sein, werden dort aber kaum an neue Menschen ausgespielt. Für Sichtbarkeit ist also das Reel das Format der Wahl.
06Was gilt auf YouTube, Facebook und LinkedIn?
YouTube Shorts erlauben seit Ende 2024 drei Minuten. Gut funktionieren 30 bis 60 Sekunden, weil Shorts dort oft als Einstieg in Deinen Kanal dienen.
Facebook ist die Plattform mit dem ältesten Publikum und der größten Geduld. Reels sind auf 90 Sekunden begrenzt, normale Feed-Videos dürfen deutlich länger laufen. Für Unternehmen sind 60 bis 90 Sekunden ein guter Rahmen.
LinkedIn wirkt seriöser und ist trotzdem ungeduldig: Die stärksten organischen Videos liegen zwischen 15 und 60 Sekunden. Untertitel sind hier keine Option, sondern Pflicht, weil im Büro fast niemand den Ton anschaltet.
07Wie lang sollten Videoanzeigen sein?
Für bezahlte Anzeigen gelten eigene Regeln, denn dort zahlst Du für jede Sekunde Aufmerksamkeit. Bei TikTok In-Feed Ads sind 5 bis 60 Sekunden möglich, empfohlen werden je nach Ziel 9 bis 15 Sekunden für Aufmerksamkeit und bis zu 30 Sekunden, wenn Du etwas erklären musst. Bei Meta Ads auf Instagram und Facebook funktionieren 15 bis 30 Sekunden am zuverlässigsten. LinkedIn Video Ads vertragen mehr Substanz, dort liegen 30 bis 90 Sekunden im sinnvollen Bereich.
Ein Detail, das viel Geld spart und in kaum einem Ratgeber steht: Google schreibt in der Hilfe zu YouTube-Shorts-Anzeigen ausdrücklich, dass Anzeigen zwar bis zu drei Minuten lang sein dürfen, im Shorts-Feed aber nur die ersten 60 Sekunden abgespielt werden. Alles danach bezahlst Du in der Produktion und niemand sieht es.
Eine Regel gilt für alle drei: Die Botschaft gehört in die ersten drei Sekunden, nicht ans Ende. Wer den Nutzen erst nach zehn Sekunden nennt, bezahlt für Zuschauer, die vorher weg sind. Wie Du das Budget dahinter richtig einsetzt, liest Du auf unserer Seite zum Performance Marketing.
08Sonderfall Recruiting- und Imagefilm
Bei Stellenanzeigen und Imagefilmen gelten andere Maßstäbe, weil die Zuschauer bereits Interesse mitbringen. Für Recruiting-Videos in Social-Media-Kampagnen haben sich 30 bis 60 Sekunden bewährt: lang genug für Betrieb, Stelle und Menschen dahinter, kurz genug, dass niemand aussteigt. Ein klassischer Imagefilm für die Website darf zwei bis drei Minuten laufen, weil ihn meist jemand bewusst startet. Wie Recruiting über Social Media insgesamt funktioniert, zeigt unser Guide Social Recruiting: Mitarbeiter über Social Media finden.
09So findest Du Deine eigene ideale Länge
Alle Zahlen oben sind Startwerte, keine absolute Lösung für alles. Die richtige Länge für Deinen Kanal steht in Deinen eigenen Statistiken, an einer einzigen Stelle: der durchschnittlichen Wiedergabedauer im Verhältnis zur Gesamtlänge.
So gehst Du vor: Poste vier Wochen lang bewusst unterschiedliche Längen, etwa zwei kurze und zwei mittlere Videos pro Woche. Schau danach für jedes Video nach, an welcher Sekunde die meisten Zuschauer aussteigen. Findest Du bei mehreren Videos denselben Abbruchpunkt, liegt es fast nie an der Länge, sondern am Inhalt an dieser Stelle. Häufig ist es der Moment, in dem die Erklärung ausholt statt zum Punkt zu kommen. Ausdrucksstärker sind diese Zahlen natürlich, wenn du ein und dasselbe Video in verschiedenen Längen postest. Hier kannst Du mit Trial-Reels viel rumprobieren.
Genau diese Auswertung ist der Teil, den die meisten Unternehmen überspringen. Videos drehen kann fast jeder mit dem Handy. Der Unterschied entsteht dadurch, dass jemand jede Woche die Zahlen liest und die nächste Produktion daran anpasst und eigene Learnings zieht. Wenn Dir dafür die Zeit fehlt, übernehmen wir im Social Media Management Konzept, Dreh, Schnitt und Auswertung. Und falls Dir die Themen fehlen: In unserem Beitrag Content-Ideen für Unternehmen findest Du 25 Beispiele zum direkten Umsetzen.
10Häufige Fragen zur Videolänge
Wie lang dürfen TikTok-Videos sein?
In der TikTok-App aufgenommene Videos dürfen bis zu 10 Minuten lang sein. Fertig geschnittene Videos, die Du hochlädst, dürfen je nach Konto deutlich länger sein, teils bis zu 60 Minuten. Für Reichweite sind diese Längen selten sinnvoll, dort liegen 15 bis 35 Sekunden vorn.
Wie lang darf ein Instagram-Reel sein?
Aktuell bis zu 3 Minuten. Instagram selbst empfiehlt unter 90 Sekunden, wenn Du Menschen erreichen willst, die Dir noch nicht folgen. Reels über drei Minuten werden neuen Zuschauern in der Regel nicht mehr vorgeschlagen.
Wie lange können TikTok-Anzeigen sein?
TikTok In-Feed Ads laufen zwischen 5 und 60 Sekunden. Empfohlen werden 9 bis 15 Sekunden, weil längere Anzeigen die Abschlussrate drücken und damit die Kosten pro Ergebnis erhöhen. Erklärungsbedürftige Angebote dürfen bis etwa 30 Sekunden gehen.
Was ist die perfekte Videolänge?
Die, bei der die meisten Zuschauer bis zum Ende bleiben. Als Startwerte funktionieren 15 bis 35 Sekunden für Einblicke und Trends sowie 60 bis 90 Sekunden für Erklärungen. Unsere Empfehlung für Unternehmen lautet: maximal eine Minute, außer Du hast einen konkreten Grund für mehr. Alles Weitere entscheiden Deine eigenen Statistiken, nicht die Empfehlung einer Plattform.
Werden längere Videos schlechter ausgespielt?
Nicht automatisch. Schlechter ausgespielt werden Videos, die früh abgebrochen werden. Bei langen Videos passiert das häufiger. Ein langes Video mit hoher Abschlussrate läuft hervorragend. Die Länge ist also nur der Verdacht, die Abschlussrate ist der Beweis.
Das beste Beispiel dafür sind die öffentlichen Streitigkeiten zwischen bekannten Accounts. Diese Statement-Videos laufen oft mehrere Minuten und werden trotzdem bis zum Schluss geschaut, weil die Zuschauer wissen wollen, wie es ausgeht. Für Deinen Betrieb heißt das nicht, Streit zu suchen. Es heißt, Spannung aufzubauen: eine offene Frage am Anfang, ein Problem, das erst am Ende gelöst wird, ein Ergebnis, das noch nicht gezeigt wurde. Wer einen Grund zum Dranbleiben liefert, darf länger werden.
Welches Format und welche Maße brauchen Social-Media-Videos?
Für Reels, TikTok und Shorts gilt Hochformat im Seitenverhältnis 9:16, also 1080 mal 1920 Pixel. Wichtig ist die Bildmitte: Oben blendet jede Plattform Bedienelemente ein, rechts die Schaltflächen, unten den Text. Halte Gesichter, Untertitel und Schrift deshalb in der mittleren Fläche, sonst verdeckt die Oberfläche Deine Botschaft. Für Werbeanzeigen benötigst Du meist noch mehr Formate: ein 1:1 Format mit 1080 mal 1080 Pixel, als auch 16:9 mit 1920 mal 1080 Pixel. Auch bei diesen Formaten gibt es Safety-Zones, die zu beachten sind.
Muss ich für jede Plattform neu drehen?
Nein. Dreh einmal in Hochformat und schneide daraus zwei Fassungen: eine kurze für TikTok, Reels und Shorts, eine etwas längere für Facebook und LinkedIn. Wichtig ist, Untertitel einzubauen und die Bildmitte frei von Text zu halten, weil jede Plattform ihre Bedienelemente an anderen Stellen einblendet.